Samstag, 28. März 2015

[Rezension] Echt

 
 Titel: Echt
Originaltitel: Echt
Autor: Christopher Scheuring
Verlag: Magellan
Einband: Gebundene Ausgabe
Preis: 14,95€ (D)
Seitenanzahl: 256
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 Inhalt

 Albert sammelt Abschiede. Tag für Tag fotografiert er am Bahnhof Umarmungen, Trennungen und Tränen. Denn Abschiede, das sind für ihn Momente, in denen der Mensch wahrhaftiger ist als jemals sonst. Eines Tages lernt er Kati kennen. Sie sieht aus wie ein Engel, ist gleichzeitig abgezockt und verletzlich. Und sie ist wie gebannt von seinen Bildern, vor allem von seinem Lieblingsbild, auf dem Schmerz und Glück völlig selbstvergessen miteinander verschmelzen. Doch Kati behauptet, das Foto sei eine einzige Lüge. In den Tiefen des Bahnhofs machen sich die beiden daran, die Wahrheit hinter dem Foto zu finden.

Meine Meinung

 Als ich das Buch das erste Mal im Internet sah, war ich zunächst sehr abgeschreckt von dem Cover. Aber da das Buch ja aus dem Magellan Verlag kommt, der ja bekannt für seine tollen Jugendbücher ist, warf ich noch einen zweiten Blick darauf und las mir den Klappentext durch, der mich sehr ansprach. Als das Buch dann bei mir ankam, war ich von der Aufmachung total fasziniert. Es ist sehr auf alt gemacht, das Buch besteht aus einer Art dickem Karton und ist auf dem Cover mit einem Aufkleber versehen. Das finde ich wirklich sehr schön gemacht.

Der Inhalt konnte mich allerdings nicht ganz so überzeugen, wie ich es erwartet habe. Ich hatte das Gefühl, dass die Handlung nicht so ganz vorwärts kommt und ein wenig vor sich hinplätschert, es gab keine wirklichen Hochs und Tiefs. Ich war zwar fasziniert von der Geschichte, aber es schien irgendwie keinen Spannungsmoment zu geben, auf den die Geschichte hinarbeitet.

Albert war mir recht sympatisch und vor allem die Idee, dass er Abschiede am Bahnhof fotographiert, hat mir sehr gefallen. Ich fühle auch immer mit, wenn ich sehe, dass sich ein Pärchen am Bahnhof voneinander verabschiedet oder ähnliches. Bei Kati weiß man nicht so ganz, ob man sie mögen soll oder nicht, ob sie gut ist oder böse. Aber letztendlich war auch sie mir ganz sympatisch. Sascha, einer von Katis Freunden, mochte ich am Anfang überhaupt nicht, da er sich so fies verhalten hat, aber letztendlich ist er mir dann doch ans Herz gewachsen. Nur aus Alberts Vater bin ich nicht ganz schlau geworden. Es ist ihm total egal, wenn sein Sohn von der Polizei nach Hause gebracht wird oder wo er sich nachts rumtreibt. Für mich kommt das ziemlich unrealistisch rüber.

Mir hat es sehr gefallen, dass der Autor uns mit diesem Buch zeigt, wie es Jugendlich geht, die kein Zuhause haben und auf der Straße bzw hier, auf dem Bahnhof leben müssen. Dabei werden auch z.B. Themen wie Drogen aufgegriffen. Eben das "echte" Leben.

Was mir hier leider allerdings gefehlt hat, waren die Emotionen. Als ich den Klappentext las, hatte ich ein Buch erwartet, was mir sehr ans Herz gehen würde, was aber leider nicht der Fall war. Jediglich das Ende hat mich dann doch ein wenig berührt.

Insgesamt hat mir das Buch ganz gut gefallen. Ich habe es gerne gelesen, die Charaktere waren mir sympatisch und auch der schockierende Einblick in das Leben von obdachloser Jugendlicher war sehr interessant, allerdings hätte ich mir mehr Spannung und ein wenig mehr Gefühl gewünscht. Dennoch ein ehrlicher Jugendroman, den ihr euch auf jeden Fall mal näher anschauen solltet.

Bewertung

3/5 Punkten

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Challenge der Gegenteile: Ein Buch mit einem Protagonisten

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